Meinung

Fünf Pareto-Posts schlagen zwei perfekte. Immer.

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Micha Freudenberg·4. Juni 2026·4 min Lesezeit

Diese Diskussion führe ich so lange, wie ich Marketing mache. Mit Mitarbeitenden, mit Teamkollegen, mit Kunden, mit Partnern. Und die Positionen sind fast immer dieselben: auf der einen Seite die Qualitätsfraktion, auf der anderen die Quantitätsfraktion.

Ich bin klar auf einer Seite. Quantität.

Und ich bitte dich, mich hier nicht falsch zu verstehen.

Was ich mit Quantität meine

Ich meine nicht schlechten Content. Ich meine nicht Spam. Ich meine auch nicht, dass mir Qualität egal ist. Im Gegenteil: Es macht mir Freude, wenn etwas wirklich richtig gut ist.

Aber ich arbeite nach dem Pareto-Prinzip. 80% der Ergebnisse entstehen mit 20% des Aufwands. Und das gilt auch für Content.

Konkret: Ich kann zwei Content Pieces pro Woche produzieren, die wirklich, wirklich gut sind. Oder ich produziere fünf bis sechs Pieces, die Pareto-gut sind. Also 80 von 100 Punkten, wenn man so will. Nicht perfekt. Aber gut genug.

Warum Pareto Perfektion schlägt

Wenn wir mehr publizieren, passieren drei Dinge gleichzeitig.

Erstens: Wir erreichen mehr Menschen öfter. Jede Publikation ist ein Kontaktpunkt. Zwei Kontaktpunkte pro Woche sind besser als nichts, keine Frage. Aber fünf bis sechs Kontaktpunkte pro Woche sind keine 2,5-fache Wirkung — sie sind eine exponentielle. Menschen erinnern sich an dich. Vertrauen baut sich auf. Du wirst präsent.

Zweitens: Wir lernen mehr und schneller. Jedes Content Piece ist ein Experiment. Zwei Experimente pro Woche oder sechs? Der Unterschied in Datenpunkten, in Erkenntnissen, in der Fähigkeit zu iterieren, ist enorm. Wer wöchentlich zwei Posts veröffentlicht, hat nach einem Jahr 104 Datenpunkte. Wer sechs veröffentlicht, hat 312. Das ist ein fundamentaler Unterschied in der Lerngeschwindigkeit.

Drittens: Wir können viel schneller optimieren. Was funktioniert, was nicht — das zeigt sich bei höherer Schlagzahl viel früher. Und wer früher lernt, kommt früher ans Ziel.

Das Gegenargument, das ich kenne

Die Qualitätsfraktion sagt: Lieber weniger, aber wirklich Gutes. Ein Stück Content, das wirklich zieht, schlägt zehn mittelmäßige.

Ja. Stimmt.

Aber hier liegt das Problem: Du weißt vorher nicht, welches deiner Content Pieces zieht. Niemand weiß das. Marketing ist eine Hypothese, kein Versprechen. Wenn du nur zwei Versuche pro Woche hast, dauert es ewig, bis du verstehst, was bei deiner Zielgruppe wirklich ankommt.

Wer viel produziert, kann sich den Treffer leisten. Wer wenig produziert, braucht jedes Mal einen.

Wo Qualität wirklich wichtig ist

Es gibt Bereiche, in denen ich klar für Qualität argumentiere. Eine Fallstudie auf der Website. Ein Whitepaper, das meinen Expertenstatus aufbaut. Ein Kundenfilm, der jahrelang läuft. Dinge, die dauerhaft sichtbar sind und an denen ich gemessen werde.

Aber im täglichen Content-Output — im LinkedIn-Post, im Newsletter, in der kurzen Einschätzung? Da gewinnt die Schlagzahl.

Meine klare Empfehlung

Wenn du die Wahl hast zwischen zwei wirklich guten Posts pro Woche und sechs Pareto-Posts: mach die sechs.

Nicht weil Qualität unwichtig ist. Sondern weil Quantität dir die Lerngeschwindigkeit, die Reichweite und die Kontaktpunkte gibt, die Qualität allein nicht bieten kann.

Marketing funktioniert nicht als Galerie, in der du deine besten Stücke ausstellst. Marketing funktioniert als System, das kontinuierlich läuft, lernt und besser wird.

Und Systeme brauchen Frequenz.

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5-Minuten WhatsApp-Sprachnachricht pro Woche rein, 3–5 LinkedIn-Posts raus. Pareto-gut. Regelmäßig. Ohne dass du täglich dran sitzt.

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